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Gasembargo und Gaslieferstopp - Deine TOP 8 Vorbereitungen für den Winter!

Gasembargo und Gaslieferstopp – Die TOP 8 Vorbereitungen für deine Familie!

Im kommenden Winter könnte ein Gasembargo oder Gaslieferstopp bevorstehen. Warum diese mögliche Krise sehr wahrscheinlich ist, warum das dramatische Auswirkungen hat und wie du dich mit deiner Familie darauf vorbereiten kannst, zeige ich in diesem Artikel!

WORUM ES BEIM GASEMBARGO UND GASLIEFERSTOPP GEHT

Russland hat die Ukraine in Februar 2022 angegriffen. Schnell wurden zuvor vorbereitete Sanktionen ausgesprochen, um die Wirtschaft Russlands zu schwächen. Ein besonders bedeutsamer Teil der diskutierten Sanktionen bezieht sich auf den Rohstoffhandel. Der Verkauf von Rohstoffen ist eine wichtige Devisenquelle für das Land. Die Absicht der Sanktionen ist es diese Quellen einzuschränken, damit Russland weniger Geld für die Kriegsführung zur Verfügung hat.

Spricht die NATO mit ihren Verbündeten ein Kaufverbot für russisches Gas aus, handelt es sich um ein Gasembargo. Sollte dagegen Russland ein Expportverbot an diese Länder beschließen, kommt es zum Gas-Lieferstopp und bei uns zu einer Gas-Mangellage. Beides hätte dramatische Folgen für alle Beteiligten.

WIE WAHRSCHEINLICH IST EINE GASMANGELLAGE IN DEUTSCHLAND

Um es gleich vorwegzunehmen, die Wahrscheinlichkeit für ein Gaslieferstopp ist hoch und vielleicht das größte Krisenrisiko, dem wir zur Zeit ausgesetzt sind. Länder, die besonders vom Gas in Russland abhängig sind, haben bis jetzt ein Gasembargo gegen Russland verhindert. Da die wirtschaftlichen Folgen dramatisch sind, ist das Gasembargo derzeit nicht mehr in der Diskussion.

Dennoch besteht keine Entwarnung. Russland hat gezeigt, dass es durchaus bereit ist, die Lieferungen zu stoppen. Aktuell gibt es einen Gaslieferstopp für die Niederlande, Polen, Bulgarien, Finnland und Dänemark. Aber auch einzelne Konzerne, wie Shell und verstaatlichte Unternehmen, die zuvor zu Gazprom gehörten, werden mit Lieferstopps sanktioniert. Darüber hinaus dürfen die europäischen Gasspeicher nicht mit russischem Gas befüllt werden.

Weniger im Fokus liegt Spanien. Spanien bekommt kaum Gas aus Russland und wird über eine Pipeline von Algerien über Marokko beliefert. Da Algerien und Marokko Grenzstreitigkeiten haben, hat Algerien damit gedroht, Marokko die Gaslieferverträge zu kündigen. Daraufhin ist Spanien eingesprungen und hat Marokko eine Rücklieferung der über Algerien erhaltenen Gaslieferungen angekündigt. In der Folge denkt nun auch Algerien über einen Lieferstopp an Spanien nach. Die Gasmangellage in Europa würde sich dadurch weiter verschärfen.

Wenn wir uns die vom russischen Gaslieferstopp betroffenen Länder genauer anschauen, werden politische Motive sichtbar. Finnland möchte Mitglied der NATO werden, Polen, Bulgarien und die Niederlande hatten ohnehin schon die Gaslieferverträge zum Jahresende gekündigt. Dänemark liefert der Ukraine schwere Waffen, die der russischen Schwarzmeer Flotte ernsthaft gefährlich werden könnten. Shell ist ein niederländischer Konzern, der zudem kurzfristig alle Rohstoffprojekte mit Russland aufgekündigt hat.

Auf der einen Seite versucht Russland noch den eigenen Schaden gering zu halten, indem erstmal bei verlorenen Kunden „nachgetreten“ wird. Auf der anderen Seite geht von dieser politischen Willkür, die nichts mit den zuvor geschlossenen Lieferverträgen zu tun hat, eine große Gefahr auch für Deutschland aus! Sobald die deutsche Regierung etwas unternimmt, dass nicht den Interessen Russlands entspricht, kann es kurzfristig zum Gaslieferstopp bzw. Gasembargo gegen uns kommen.

WELCHE FOLGEN HAT EIN LIEFERSTOPP

Die Folgen sind dramatisch. Kommt es zum Lieferstopp ist mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von 5% bis 10% zu rechnen. Das wäre in etwa so dramatisch, wie der Corona-Konjunktureinbruch. Wie heftig die Konjunktur an Fahrt verliert, hängt im Wesentlichen davon ab, wie kurzfristig es zum Lieferstopp kommt und ob private Haushalte vorrangig beliefert werden. Gesetzlich ist festgehalten, dass bei einer Energiemangellage die privaten Haushalte vor der Industrie beliefert werden müssen. Niemand soll in seiner Wohnung freieren, oder auf Warmwasser verzichten müssen.

Wenn es tatsächlich zu einer vorrangigen Belieferung von Gas an Privathaushalte kommen sollte, wird der Konjunktureinbruch noch dramatischer. Ohne Gas gibt es eine schwächere industrielle Produktion. In der Folge kommt es zu hoher Arbeitslosigkeit und Lieferkettenstörungen über alle Branchen hinweg. Die Politik wird sich im Krisenfall also entscheiden müssen. Sehr überspitzt dargestellt: Entweder frieren die Familien, oder man sitzt im warmen und ist arbeitslos.

Die Verteilung der dann noch vorhanden Gasreserven innerhalb Europas könnte sich herausfordernd darstellen. Schon jetzt werden Länder mit auferlegtem Lieferstopp über Drittländer wie Deutschland mit russischem Gas versorgt. Zudem sind die Gasspeicher für unsere Jahreszeit noch zu wenig gefüllt und einige Speicher komplett leer. Die GIE Gas Infrastructure Europe erfasst tagesaktuell die Speicherstände. Wenn du Interesse daran hast, kannst du hier die Stände nachverfolgen.

Auf der einen Seite ist es solidarisch, wenn Länder mit Zugang zu russischem Gas jene Länder unterstützen, die schon vom Lieferstopp betroffen sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch weniger positive Beispiele. Süddeutschland wird von einem großen Gasspeicher im österreichischen Haidach bei Salzburg versorgt. Dieser Speicher ist an das deutsche Gasnetz angeschlossen und exklusiv für unsere Belieferung vorgesehen. Nun hat Österreich beschlossen, dass der Gasspeicher an das österreichische Gasnetz gekoppelt werden soll. Der Gasspeicher inkl. Füllung fällt nun für Deutschland aus.

Innerhalb Deutschlands wird die Gasverteilung im Krisenfall von der Bundesnetzagentur vorgenommen. Stand heute sollen bei einer Mangellage Privathaushalte mit einem Verbrauch von maximal 10.000 KWh Gas beliefert werden. Ebenso Teile der kritischen Infrastruktur wie Sicherheitsbehörden, Feuerwehr, Gefängnisse, Krankenhäuser und Altenheime. Ebenso Bäckereien, Supermärkte, Gärtnereien und die Landwirtschaft.

Sofort abgestellt wird das Gas in Schwimmbändern und allen freizeitbezogenen Einrichtungen. Der Rest, der dann noch übrig ist, wird auf die Industrie verteilt. Aber auch wer nicht abgestellt wird, hat keinen echten Grund zur Freude. Der Gaspreis dürfte unermesslich hoch sein. Ob die geplante Verteilung im Fall der Fälle wirklich so gemacht wird, dürfte politische noch nicht zu Ende diskutiert sein.

WARUM GASEMBARGO UND GASLIEFERSTOPP DRAMATISCHER ALS VORHERIGE KRISEN SIND

Wir erinnern uns an die Dotcom Krise Anfang der 2000er, oder an die Finanzkrise im Jahr 2008. Zumindest die aktuelle Coronakrise mit allen negativen Auswirkungen ist uns noch voll bewusst. Doch warum ist eine „Gaskrise“ nun so dramatisch?

Wenn es zur Gasmangellage kommt, wird das Herzstück der deutschen Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen: Unserer Industrie! Im Gegensatz so allen vorhergehenden Krisen war die industrielle Produktion fast nie, oder nur marginal betroffen. Während der Hauptcoronazeit lief die Produktion komplett durch. Ebenso während der Finanz- und Dotcom Krise. Es gab also immer alle möglichen Produkte im Handel und die Lieferketten waren stabil.

Genau das könnte sich nun ändern. Wenn die wichtigen Vorprodukte aus der Chemie fehlen, können nachfolgende Branchen ihre Produkte nicht mehr fertigstellen. Es kommt vermutlich zu einer signifikanten Unterbrechung der Lieferketten, die Jahre andauern könnte. Zudem gibt es Produkte, wo Gas nicht als Energieträger, sondern als Rohstoff eingesetzt wird (z.B. bei Dünger). Hier ist kein Ersatz mit anderen Produkten möglich.

Zwar laufen aktuelle Planungen, LNG Flüssiggasterminals zu bauen und die komplette Gasversorgung wird neu ausgerichtet. Fraglich ist nur, ob das Gas im Falle eines Lieferstopps auch ausreichen wird. Zudem ist zu bedenken, dass erstmal viele Kilometer Gaspipeline zum Anschluss der LNG-Terminals ans Gasnetz gebaut werden müssen. Je weniger Zeit wir für die Umstellung haben, desto härter würde uns russische Willkür treffen.

DEINE TOP 8 VORBEREITUNGEN FÜR DIE FAMILIE

Wir haben es im Prinzip mit zwei Vorbereitungsfeldern zu tun. Auf der einen Seite gilt es die Effekte auf den eigenen Haushalt abzufedern, auf der anderen Seite die Lieferkettenprobleme durch die Industrie zu minimieren.

Als Privathaushalt besteht das größte Risiko darin, das im Winter die eigene Gasheizung ausfällt und auch kein Warmwasser mehr zur Verfügung steht. Das kann richtig unangenehm werden, vor allem für deine Kinder! Es gilt hier vor allem Wärme ins Haus zu bringen.

Wenn das Gas ausfallen sollte, gibt es wahrscheinlich zumindest noch Strom über die Steckdose. Um einzelne Räume wie Kinderzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer wärmen zu können, benötigst du Heizlüfter wie jenes günstige Model *hier. Da davon auszugehen ist, dass alle Gashaushalte plötzlich mit Strom heizen wollen, besteht das Risiko, dass auch die Stromversorgung nicht mehr reibungslos klappt. Hier hilft dann nur noch eine kleine Gasheizung, die auch für den Innenraum geeignet ist. Ansonsten besteht Erstickungsgefahr! *Hier das vermutlich einzig taugliche Model auf dem Markt.

Neben alternativen Heizmöglichkeiten bieten sich gute Schlafsäcke an. Z.B. gebrauchte Schlafsäcke aus Beständen der Bundeswehr. Diese sind sehr günstig und halten auch im Winter richtig warm. Aber auch *Wärmflaschen und *Armeedecken tragen zum Wohlbefinden bei. Wer eine ältere Wohnung hat, sollte darauf achten möglichst wenig Wärme nach außen zu verlieren. Die Fenster sollten mit einem Klebeband abgedichtet werden. Habt ihr noch ein Zelt, oder eine Strandmuschel zur Hand? Prima! Baut dieses im Haus auf und schafft ein warmes Klima mit der eigenen Körperwärme. Ganz kleine Kinder würde ich in solch einem Fall immer in einer Art Zelt aufhalten/schlafen lassen.

Was die Auswirkungen der Lieferkettenprobleme betrifft, gibt es im Prinzip nur eine Lösung. Alles was euch als Familie wichtig ist, solltet ihr auf Vorrat haben. Was nicht hergestellt ist, kann auch nicht von euch gekauft werden. Dies gilt insbesondere für benötigte Medikamente, oder „Lieblingsprodukte“ wie bestimmte Drogerieartikel, oder Lebensmittel. Schon jetzt wird lt. des Branchenmagazins „Lebensmittel Zeitung“ an Notfallprodukten bei einer Gasmangellage gearbeitet. Dann gibt es z.B. in allen Märkten nur noch die gleiche Zahnpasta und nicht die bisher gewohnte Produktvielfalt. Wer nicht wählerisch ist, wird aber auch bei einem Gasembargo und Gaslieferstopp nicht verhungern – nur die allgemeine Produktvielfalt wird deutlich reduziert sein!

Gerade was die Anschaffung von Equipment wie Notfallheizungen betrifft, solltest du schnell sein. Zum einen steigt die Inflation stetig an. Zum anderen dürften diese einschlägigen Produkte zum Herbst hin sehr knapp und noch teurer werden. Ist das Gasembargo oder der Lieferstopp gekommen, ist es für eine gute Vorbereitung vielleichtschon zu spät. Dann werden sich viele diese Artikel kaufen wollen.

Noch ein Tipp am Ende. Schaue dir meinen Artikel zum Thema „Eisstrum und Kältewelle“ an. Dann bist du mit deiner Familie gut für den kommenden Winter gerüstet – egal ob Gas fließt, oder nicht!